Wohnhaus in Bad Saarow

2016

Adresse:
Friedrich Engelsdamm
15520 Bad Saarow

Planungsbeginn:
2015

Fertigstellung des Hauses:
Juli 2016

Fertigstellung der Außenanlagen:
Frühjahr 2017

Mitarbeiter:
Kerstin Anke, Janine Tillmann

Bauherr:
privat

BGF:
156 qm

 

 

Die Bauherren, ein Ehepaar aus Berlin, hatten beschlossen,  den Ruhestand auf dem Land zu verleben. Ein erster Entwurf entstand für ein größeres  und geschütztes Areal. Als die Entscheidung für das Grundstück in Bad Saarow an einer Stichstraße zum See fiel, wurde die Planung den neuen Gegebenheiten, insbesondere der veränderten Ausrichtung angepasst.

Die Wünsche der beiden und das daraus resultierende Konzept aber blieben: ein eingeschossiges Holzhaus mit Dach sollte es sein, das aber auf keinen Fall rustikal wirken durfte. Gewünscht war ein kompaktes Raumprogramm aus einem großen Wohnraum mit offener Küche, die der Bauherr als Tischler selber bauen wollte, zwei Schlafzimmern,  möglichst weit entfernt von einer Werkstatt, sowie Bad und Wirtschaftsraum. Auf dem nun exponierten Grundstück sollte das Haus Schutz bieten und zugleich hell und offen sein.

Ausgangspunkt des Entwurfs bildet der zentrale und mit 8,50 x 6,20 Metern sehr geräumige Wohnraum, mit Herd und Ofen ein „Ur-Haus“ also. Zwei Schlafzimmer, Werkstatt und an der Eingangsseite Küche und Wirtschaftsraum fügen sich als Raumschicht schalenartig an drei Seiten um diesen Kern. An seiner nach Süden ausgerichteten Längsseite dagegen öffnet er sich in ganzer Breite in Fenstertüren zum Garten. Dort ist eine überdachte, leicht vorkragende Terrasse vorgelagert, ein Pendant schützt Hauseingang und separaten Zugang zur Werkstatt.

Die Wirkung von Kern und Schale verstärkt sich noch durch die im stumpfen Winkel angeordneten Außenwände der Nebenräume. Auf diese Weise ermöglichen die Fenster geschickt den Blickwinkel an den Nachbarhäusern vorbei in die Ferne.

Im Wohnraum ist die Konstruktion ablesbar:  auf den tragenden Seitenwänden ruhen zwei Pfetten, von denen die eine, da freitragend, stärker ausgebildet ist. Anstelle von Kehlbalken, die bei der beachtlichen Spannweite recht stark ausgefallen wären, steifen filigrane Scheiben das Firstdreieck aus und erinnern im Haus des passionierten Bootsbauers an Schotten.

Dass ein Holzhaus mit Dach das genaue Gegenteil von rustikal sein kann, beweist schließlich die Außengestaltung mit ihrer besonderen Kubatur, durch Material und Farbigkeit. Das auskragende Dach ist nur schwach geneigt und – um die Höhe zu dezimieren - an den Langseiten einmal abgeknickt. Gewalmt über dem achteckigen Grundriss und aus schimmerndem Zinkblech wölbt es sich in Facetten über dem Haus - fast wie ein Diamant. Die Außenwände aus sibirischer Lärche als Dreischichtplatten (das Plattenmaß gab die Höhe vor), sind silbern gebeizt. Auch die Fensterrahmen zeigen sich außen mit schmalen Alurahmenprofilen, während die eigentlichen Holzrahmen innen liegen.

Mit 156 m2 Grundfläche wurde die BGF maximal ausgenutzt. Dennoch erscheint das Haus aufgrund seiner einheitlichen Gestaltung alles andere als wuchtig, sondern schmiegt sich geradezu auf das Grundstück.